Dino-Lite AM4517M-FIT mit 850 nm IR-LEDs: Wenn sichtbares Licht an der Oberfläche bleibt und Infrarot enthüllt, was unter Lack, Silikon oder der Epidermis der Haut liegt

Veröffentlicht am 4. Juli 2026 um 11:56 Uhr

Alle Standardmikroskope arbeiten mit sichtbarem Licht im Bereich von 400–700 nm. Dies entspricht auch dem vom menschlichen Auge wahrgenommenen Lichtspektrum, was praktisch ist: Das Mikroskop zeigt genau das, was das Auge sehen würde, wenn es leistungsfähig genug wäre. Allerdings wird sichtbares Licht an der Oberfläche fast aller Materialien reflektiert – es dringt nicht durch Lack, Silikon, Klebeband oder die oberen Hautschichten ein. Für Anwendungen, bei denen man unter die Oberfläche blicken muss, ist anderes Licht erforderlich. Nahes Infrarot (NIR) bei 850 nm ist die standardisierte Wellenlänge, die den optimalen Kompromiss zwischen Eindringtiefe, Sensorempfindlichkeit und praktischer Handhabung darstellt.

Was das AM4517M-FIT ist

Das Dino-Lite EDGE PLUS AM4517M-FIT ist ein kompaktes USB-Mikroskop mit:

  • 850 nm IR-LED-Beleuchtung mit 32 Intensitätsstufen – die gesamte Beleuchtung erfolgt im NIR-Bereich, ohne sichtbares Licht.
  • Hochempfindlichem CMOS-Sensor – speziell entwickelt, um das NIR-Signal zu erfassen, das von Sensoren für sichtbares Licht normalerweise herausgefiltert wird.
  • 10× bis 220× Vergrößerung – deckt alles von der Übersichtsaufnahme bis zur Detailanalyse ab.
  • 1,3 Megapixel (1280×960) bei 30 fps – flüssiges Videobild, ideal für dynamische Beobachtungen.
  • Automatischer Vergrößerungsablesung (AMR) – die Vergrößerungsstufe wird digital erfasst, sodass die Messfunktion stets exakt kalibriert ist.
  • Robustem Metallgehäuse – eloxiertes Aluminium mit EMV-Abschirmung für anspruchsvolle Industrieumgebungen.

Dino-Lite EDGE PLUS AM4517M-FIT IR 850nm mikroskop

Die Physik – warum 850 nm dort eindringt, wo sichtbares Licht stoppt

Wenn Licht auf ein Material trifft, treten drei Phänomene auf: Reflexion, Absorption und Transmission. Der Anteil des absorbierten oder transmittierten Lichts ist stark wellenlängenabhängig:

  • Blaues Licht (450 nm) – Wird von den meisten Farben, Klebstoffen und biologischen Materialien stark absorbiert. Reichweite im Gewebe: ein Bruchteil eines Millimeters.
  • Grünes Licht (550 nm) – Wird von Hämoglobin (rotem Blut) absorbiert, durchdringt jedoch bestimmte Kunststoffe. Reichweite im Gewebe: 1–2 mm.
  • Rotes Licht (650 nm) – Wird von Wasser und den meisten biologischen Pigmenten nur minimal absorbiert. Reichweite im Gewebe: 3–5 mm.
  • Nahes Infrarot 850 nm – Wird von Wasser minimal absorbiert, keine Absorption durch Melanin oder die meisten Farbpigmente. Reichweite im Gewebe: 5–10 mm.

Bei opaken industriellen Materialien (schwarzer Lack, Silikonverguss, Klebebandkleber) ist die NIR-Transmission oft 20- bis 50-mal höher als bei sichtbarem Licht. Dies bedeutet, dass Strukturen unter einer Lackschicht oder Silikondichtung sichtbar gemacht werden können, die im sichtbaren Licht vollkommen verborgen bleiben.

Sensorempfindlichkeit – warum Standardsensoren nicht funktionieren

Klassische CMOS-Sensoren sind für sichtbares Licht ausgelegt und verfügen über einen IR-Sperrfilter vor dem Sensor, um NIR-Licht zu blockieren – andernfalls würde eine Außenaufnahme bei Sonnenschein durch das infrarote Hintergrundlicht rötlich verfärbt werden. Das AM4517M-FIT ist stattdessen mit einem IR-optimierten Sensor ohne Sperrfilter ausgestattet – die Quantenausbeute des Sensors bei 850 nm liegt auf einem ähnlichen Niveau wie die von Sensoren für sichtbares Licht bei 550 nm.

Dies ist ein technischer Unterschied, der in vielen Datenblättern nicht direkt ersichtlich ist, in der Praxis jedoch entscheidend ist: Mit dem richtigen Sensor erhält man auch bei geringer NIR-Beleuchtung ein klares Bild; mit dem falschen Sensor bleibt das Bild selbst bei voller LED-Intensität dunkel und verrauscht.

32 Intensitätsstufen – warum so viele?

Die NIR-Inspektion reagiert auf Über- und Unterbelichtung weitaus empfindlicher als Inspektionen mit sichtbarem Licht. Überstrahlte Bereiche („Blown Out“) verlieren sämtliche Informationen über subkutane bzw. unter der Oberfläche liegende Strukturen. Unterbelichtete Bereiche führen hingegen zu einem stark verrauschten Bild.

Mit 32 Intensitätsstufen kann der Anwender die Beleuchtung präzise und schrittweise anpassen, bis das Bild im optimalen Belichtungsbereich liegt. Dies ist besonders wichtig für:

  • Leiterplatten-Inspektion (PCB), bei der unterschiedliche Materialien auf derselben Platine NIR unterschiedlich absorbieren (grüne Lötstoppmaske vs. Kupferbahnen vs. Kunststoffbauteile).
  • Hautanalyse, da unterschiedliche Hauttöne eine abweichende NIR-Absorption aufweisen.
  • Echtheitsprüfung von Kunstwerken, bei denen die Dicke der Firnis- und Lackschichten über das Gemälde hinweg variiert.

Automatische Vergrößerungsablesung (AMR)

Das Mikroskop kann in einem Vergrößerungsbereich von 10–220× eingesetzt werden. Damit die Messfunktion präzise absolute Maße liefert (z. B. „dieser Riss ist 0,15 mm breit“), muss die Software die jeweils verwendete Vergrößerung bei jeder Messung exakt kennen.

Die AMR-Funktion liest den Vergrößerungswert elektronisch von der Position des Fokusrings ab und überträgt ihn direkt an die DinoCapture-Software. Der Bediener muss die Vergrößerung niemals manuell eingeben – dies geschieht bei jeder Justierung vollautomatisch. Messwerte bleiben daher immer absolut korrekt, unabhängig davon, wie oft die Vergrößerung während der Untersuchung angepasst wurde.

Wo das AM4517M-FIT den entscheidenden Unterschied macht

Leiterplatten-Inspektion (PCB): NIR durchdringt grüne Lötstoppmasken und macht Leiterbahnen, Risse und Vias unter dem Schutzlack sichtbar, ohne dass dieser entfernt werden muss. Unverzichtbar für die Qualitätskontrolle gefertigter Leiterplatten und die Fehleranalyse von Reklamationen.

Silikonvergossene elektronische Bauteile: Viele LED- und Sensorbauteile sind in Silikon eingegossen. NIR durchdringt das Silikon bis ins Innere des Chips, um die Position der Bonddrähte zu überprüfen.

Dermatologische Hautanalyse: Melanin, Kollagen und Gefäßstrukturen in der Haut werden im NIR-Bereich deutlich dargestellt. Ein Standardwerkzeug in modernen dermatologischen Kliniken.

Echtheitsprüfung und Restaurierung von Kunstwerken: NIR-Bildgebung deckt Unterzeichnungen, Skizzen unter Lackschichten und den Umfang früherer Restaurierungen bei Ölgemälden auf.

Forensische Dokumentation: Verdeckte Schriften, manipulierte Dokumente, verblasste Tätowierungen und andere „unsichtbare“ Spuren werden im NIR sichtbar gemacht.

Textilherstellung: Faseranalysen und Farbechtheitsprüfungen, bei denen die NIR-Erfassung die Farbabsorption unabhängig von der visuellen Reflexion darstellt.

Banknoten- und Dokumentenprüfung: Zahlreiche Sicherheitsmerkmale in Banknoten und Pässen fluoreszieren oder absorbieren im NIR-Bereich. Ein bewährtes Instrument zur Fälschungserkennung.

Lebensmittelanalyse: Fett-, Protein- und Wassergehalt können über die NIR-Absorption gemessen werden. In Kombination mit dem Mikroskop: Strukturanalyse von Fleisch, Milchprodukten und Backwaren.

Halbleiterfertigung: Silizium ist im NIR-Bereich oberhalb von 1100 nm transparent, bietet aber bereits bei 850 nm eine deutlich verbesserte Eindringung im Vergleich zu sichtbarem Licht. Ideal für die Wafer-Inspektion und Chip-Fehleranalyse.

Botanik und Biologie: Blattstrukturen, Chlorophyllgehalt und Gefäßsysteme lassen sich im NIR-Licht detailliert analysieren – die Grundlage für Vegetationsindex-Analysen.

Was Sie für Ihre Investition erhalten

Dino-Lite EDGE PLUS AM4517M-FIT, für NIR optimierter 1,3-Megapixel-CMOS-Sensor (ohne IR-Sperrfilter), 850 nm IR-LED-Beleuchtung mit 32 Intensitätsstufen, 10–220× Vergrößerung, automatische Vergrößerungsablesung (AMR), Messfunktion über DinoCapture, USB 2.0-Schnittstelle, robustes Gehäuse aus eloxiertem Aluminium mit EMV-Abschirmung, kompatibel mit Standard-Dino-Lite-Stativen.

7 469 SEK beträgt die Investition in dieses Messinstrument. Für Kliniken, Elektronikwerkstätten oder Forensiklabore, die eine NIR-Visualisierung benötigen, bewegt sich dies in einer völlig anderen Preisklasse als traditionelle NIR-Systeme (die oft zwischen 25 000 und 100 000 SEK liegen). Die DinoCapture-Software ist kostenlos enthalten. Stative und Zubehör (Polarisator, Hollow-Light-Adapter) sind separat erhältlich.

Mehr erfahren: Dino-Lite EDGE PLUS AM4517M-FIT IR 850 nm im Shop →

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