Veröffentlicht am 9. Juli 2026 um 02:45 Uhr
Fadenzähler sind genau die Lupen-Kategorie, die in der Textilbranche, im Siebdruck, bei Siebherstellern und von Qualitätsprüfern verwendet wird, um die Fadendichte in gewebten Materialien zu quantifizieren. Statt einer mm-Skala verfügt der Fadenzähler über eine Skala, die in „Fäden pro Zentimeter“ oder „Fäden pro Zoll“ kalibriert ist. Der Anwender drückt die Lupe auf den Stoff, zählt, wie viele Fäden in das Referenzfenster der Skala passen, und erhält direkt den Wert der Fadendichte. Einfach, schnell, präzise. Peak hat bei seiner neuesten Generation eine unerwartete Verbesserung vorgenommen: Sie bieten separate Versionen für Rechts- und Linkshänder an.
Warum Ergonomie tatsächlich eine Rolle spielt
Klassische Fadenzähler besitzen eine Skala, die für das Ablesen aus EINER Richtung ausgelegt ist. Ist der Anwender Rechtshänder, wird die Lupe so gehalten, dass die Skala vom Handgelenk wegzeigt – gut lesbar und komfortabel. Ein Linkshänder hält dieselbe Lupe mechanisch völlig anders, sodass die Skala in die falsche Richtung zeigt. Entweder wird sie auf dem Kopf stehend abgelesen, oder die gesamte Lupe muss um 180° gedreht werden, um lesbar zu sein – wodurch das Messfenster der Lupe von den Fäden verschoben wird und eine Neupositionierung erforderlich ist.
Die Peak Lupe Modell 3408-WZ3-S hat die Skala rechtwinklig zum Steg montiert und ist um 180° drehbar. Zwei separate Artikelnummern:
- 3408-WZ3-SR für Rechtshänder (Skala in Standardausrichtung).
- 3408-WZ3-SL für Linkshänder (Skala um 180° gedreht).
Dies ist eine der seltenen Entscheidungen im Instrumentenbau, bei der ein ergonomisches Detail erkannt und gelöst wurde. Linkshändige Anwender machen etwa 10 % der Erwerbsbevölkerung aus; dass sie im Produktdesign oft vergessen werden, ist ein Problem, dem sich Peak nun angenommen hat.
Was die WZ3-Serie tatsächlich misst
Die Skala ist für die gängigen Messstandards in Fadendichten kalibriert:
- Fäden pro cm: Textilstandard in Europa und den meisten Ländern.
- Fäden pro Zoll (TPI): Textilstandard in den USA und Großbritannien.
- Raster pro cm: Siebdruck-Gewebe-Standard (Mesh Count).
Bei 8-facher Vergrößerung ist das typische Messfenster 10–15 mm breit – der Anwender kann also 30–100 Fäden pro Fenster bei gewöhnlichen Geweben zählen. Die Skalenteilung beträgt typischerweise 0,5 Fäden pro cm – für feinste Seidenprodukte (die über 100 Fäden pro cm aufweisen können) eine suboptimale Präzision, für alles andere jedoch hervorragend.
Aplanatische Optik – entscheidend für die Funktion des Zählers
Das Peak-Modell verfügt über einen aplanatischen Linsenaufbau. Beim Fadenzählen ist die Randschärfe kritisch: Der Anwender muss ALLE Fäden im Messfenster von links bis rechts deutlich erkennen können. Eine einfache Lupe mit Unschärfen in den Randbereichen würde dazu führen, dass Fäden an den Fensterkanten beim Zählen übersehen werden.
Eine verzeichnungsfreie Optik stellt zudem sicher, dass die Skaleneinteilung die tatsächlichen Abstände wiedergibt – ein kissenförmig verzerrtes Bild würde die Zählung am Rand verfälschen (zu hoch oder zu niedrig ausfallen lassen).
Praktischer Einsatz in drei verschiedenen Branchenszenarien
Textilbranche: Ein Baumwollgewebe wird vom Lieferanten mit der Spezifikation „68 Fäden pro cm × 60 Fäden pro cm in Webrichtung“ geliefert. Der QC-Prüfer misst an zehn zufällig ausgewählten Stellen, um zu überprüfen, ob die tatsächliche Dichte übereinstimmt. Eine Abweichung von >2 Fäden/cm gilt bereits als außerhalb der Toleranz.
Siebdruck (Serigrafie): Siebgewebe für die Drucktechnik wird über den Mesh-Count definiert (Fäden pro cm oder Zoll). Ein 90-Mesh-Gewebe bedeutet 90 Fäden pro cm – passend für Drucke mit mittlerem Detailgrad. Ein 200-Mesh-Gewebe eignet sich für feine Details. Ein falsches Gewebe führt zu fehlerhaftem Farbauftrag oder Detailverlust. Überprüfung erfolgt direkt bei Druckbeginn.
Siebherstellung: Siebe für Getreidemühlen, Steinmühlen oder die chemische Industrie. Die Maschenweite muss innerhalb der Toleranzen liegen, damit das Endprodukt die richtige Korngröße aufweist. Der Fadenzähler prüft hierbei zuverlässig die Fertigungsqualität.
Reflexionsfreies Gehäuse
Das Peak-Lupenmodell besitzt ein Zink-Metallgehäuse mit mattschwarzer Oberfläche. Dies ist wichtig, da das Fadenzählen häufig unter starker Beleuchtung stattfindet, bei der Reflexionen an den Linsenkanten die Fokussierung des Prüfers stören würden. Die mattschwarze Oberfläche absorbiert das Licht, anstatt es zu reflektieren, was eine stets ruhige und stabile Beobachtung ermöglicht.
Was Sie für Ihr Geld bekommen
Peak Lupe 3408-WZ3-SR Fadenzähler, 8-fache Vergrößerung, aplanatischer optischer Aufbau mit verzeichnungsfreier Darstellung, kalibrierte Skala für Fäden pro cm und Zoll, Zink-Metallgehäuse mit mattschwarzer Oberfläche, ergonomisches Design für Rechtshänder (Linkshänder-Variante: 3408-WZ3-SL). 669 Kronen.
Im Vergleich zu einer universellen 8×-Lupe mit mm-Skala (300–800 SEK) ist der Aufpreis minimal und speziell auf die Anwendung des Fadenzählens zugeschnitten. Für die Textil-, Siebdruck- und Siebbranche ist dieses Instrument ein unverzichtbares Standardwerkzeug, das fehleranfälliges und zeitraubendes rein manuelles Zählen ersetzt.
Mehr erfahren: Peak Lupe 3408-WZ3-SR Fadenzähler im Shop →